Neurodiversität – Schule
Die Schule ist für jede und jeden – doch sind nicht alle gleich. Während sich einige Kinder mühelos in das System einfügen können, hadern andere unverschuldet schwer. Wir setzen uns dafür ein, dass neurodivergente Kinder weder pathologisiert und ausgegrenzt werden (also für krank, schräg, falsch, mühsam, sonderlich etc. erklärt werden) noch, dass ihnen die nötige Hilfe und Unterstützungsangebote verwehrt werden.
- Niederschwelliger Nachteilsausgleich: Der Anspruch auf Nachteilsausgleich (z. B. mehr Zeit bei Prüfungen, Laptop-Nutzung, Noise-Cancelling, separater Raum) sollte unbürokratischer gewährt werden – idealerweise bereits bei begründetem Verdacht und nicht erst nach monatelanger Wartezeit auf eine offizielle Diagnose. Auch Kinder, die die Diagnosekriterien knapp nicht erfüllen, können von Massnahmen profitieren.
- Räumliche Anpassungen mit Rückzugsorten – wo möglich
- Angepasste oder abgeschaffte Hausaufgaben: Qualität vor Quantität. Reduktion oder Einstellung von repetitiven Aufgaben, wenn das Lernziel bereits erreicht ist (um „Boreout“ oder Überlastung zu vermeiden).
- Stärken erkennen und fördern, nicht nur defizitorientiert handeln
- Das Mitspracherecht der Eltern und betroffenen Kinder bei vorhandener Diagnose muss erhöht werden. Die Möglichkeit, die Lehrperson zu wechseln, muss neurodiversen Kindern als letzte Option ermöglicht werden.
- Und zuletzt: Respekt. Manchmal vergessen wir, dass in der Schule mit Schüler:innen geredet wird, wie wir es als Erwachsene nicht tolerieren würden. Auch Kinder, die das starre Schulsystem «sprengen», das nicht für sie geschaffen wurde, verdienen Anstand, Respekt und einen wohlwollenden Umgang.