Sozialhilfe
Sozialhilfe

Winterthur hat eine deutlich höhere Sozialhilfequote als kleinere Gemeinden. Das liegt nicht etwa daran, dass wir hier besonders fest der Trägheit verfallen sind oder diese Stadt den Bewohner:innen weniger Perspektive und Unterstützung bietet. Es liegt schlicht daran, dass wir ein Magnet sind. Die Anonymität, das kulturelle Angebot und die urbane Lebensqualität – sagen wir es so: Winterthur hat mehr zu bieten als Berg am Irchel (nichts gegen Berg am Irchel).

Diese Anziehungskraft entlastet umliegende Gemeinden und belastet uns. Winterthur leistet 91,9 Millionen Franken Sozialleistungen bei einer Sozialhilfequote von 5.2 Prozent. Der Kanton Zürich weist eine Sozialhilfequote von 2.6% auf. Die nüchterne Wahrheit: Die Rechnung geht so nicht mehr auf.

Wir fordern daher, dass die Finanzierung der Sozialhilfe kantonal neu geregelt und solidarischer gestaltet wird. Der Druck aus Winterthur muss im Kantonsrat spürbar sein – auch vom bürgerlichen Lager.

Weiter setzen wir uns ein für eine kantonale Vereinheitlichung der Berechnungsgrundlage für Mietzinsrichtlinien auf Grundlage von lokalen Daten. Das wird nötig. «So hat die Studie von Roulin und Hassler gezeigt, dass in einzelnen Sozialdiensten über 40 Prozent der unterstützten Personen einen Teil der Miete aus eigener Tasche bezahlen mussten, weil die Miete über der vom Sozialdienst festgelegten Grenze lag. Das Monitoring der SKOS-Richtlinien weist sogar Zahlen von bis zu 65 Prozent der unterstützten Personen aus, die einen Teil der Miete aus dem Grundbedarf bezahlen müssen» (Bennour, 2025, S. 14).