Julius Praetorius im Tages-Anzeiger zu Fassadenbegrünung
Ausschnitt aus Tages-Anzeiger-Artikel „Fassadenbegrünung: Winterthur hinkt dem Privatsektor hinterher“ / „Hitze in Winterthur – Bei der Vertikalbegrünung hat die Stadt Luft nach oben“ vom 30.9.26:
„Zuletzt rückte das Thema durch ein Postulat zur Begrünung von Verwaltungsliegenschaften wieder auf die politische Agenda. Eingereicht hatte es Julius Praetorius (Grüne/AL) gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von EVP, SP und GLP. Anfang Juli behandelte das Stadtparlament die Antwort des Stadtrates. Dieser will Fassadenbegrünungen vor allem bei Neubauten und Sanierungen prüfen. Eine flächendeckende Umsetzung sieht er dagegen nicht vor. Als Gründe nennt die Stadt den Aufwand für Unterhalt, Personal und Ausbildung sowie Anforderungen etwa beim Brandschutz.
Auch bei der Ökobilanz schneidet Vertikalbegrünung gegenüber einer unbegrünten Fassade je nach System etwas schlechter ab. Entscheidend sei, wo ein möglichst grosser Mehrwert erreicht werden könne. Bei einzelnen Pilotobjekten sieht die Stadt Potenzial: Beim Personalhaus 2 am Adlergarten und bei modularen Schulbauten. Auch die beiden projektierten KVA-Silos sollen begrünt werden.
Im Parlament gingen die Meinungen auseinander. Grüne/AL, EVP/EDU und SP kritisierten die zögerliche Umsetzung und die starke Gewichtung der Kosten. GLP und Mitte begrüssten den eingeschlagenen Weg grundsätzlich, während FDP und SVP vor allem auf Kosten, Wirtschaftlichkeit und technischen Aufwand verwiesen. Der Bericht wurde mehrheitlich zustimmend zur Kenntnis genommen, das Postulat einstimmig abgeschrieben.
Praetorius ist enttäuscht. Der Stadtrat gewichte finanziell erfassbare Daten stärker als schwer messbare Wirkungen wie Hitzeminderung, bessere Luft, weniger Lärm und mehr Biodiversität. «Das sind eindeutig politisch bedingte Prioritäten», kritisiert der Parlamentarier der Grünen. «Mir fehlt nicht nur der politische Wille bei der Umsetzung entsprechender Massnahmen, es mangelt auch an Bewusstsein, bereits bei der Planung die Vertikalbegrünung integral einzubeziehen.» Die Stadt bleibe hinter ihren Möglichkeiten zurück. Darum verlangt Praetorius klarere Vorgaben für städtische Liegenschaften.“
(15.10.2026)
Julius Praetorius
Im Artikel zitiert